Infoabend

Prof und ProV-Infoabend zum Thema Doktorarbeit und Ph.D.-Studium

Am 25. November fand im Hörsaal der Physiologie ein Informationsabend rund um den Doktortitel statt. Über 150 Studenten waren gekommen, um nicht nur den Vorträgen der Professoren Löscher, Tipold, Ebert und Breves zu lauschen, sondern auch, um sich im Anschluss daran mit den Mitgliedern der ProV sowie den Dozenten noch in Ruhe bei Glühwein oder Bier über das Thema Doktorarbeit auszutauschen.

Der Hoersaal voller als gewohnt
Bevor es richtig losgeht...

Den Anfang der Vortragsreihe machte aber die ProV: Amely stellte zunächst die Redner und das Programm vor, Katharina erzählte, was die einzelnden ProV-Mitglieder für Aufgaben wahrnehmen und wo sie selbst ihre Doktorarbeiten machen. Dann berichtete Dirk, woran man nach dem Studium denken muss und wo man sich informieren kann. Martin stellte den Laufzettel vor, den die ProV entworfen hat, um den werdenden Doktoranden die Suche nach einer geeigneten Dissertation einfacher zu machen.

AmelyKatharinaDirkMartin

 

Unter den Professoren machte Frau Tipold aus der Kleintierklinik den Anfang:Frau Prof. Tipold

Sie stellte die Kleintierklinik mit ihren vielfältigen Fachgebieten vor und erklärte, welche Professoren Doktorarbeiten betreuen und welche Themen sie vergeben.

Außerdem betonte sie, dass ein Doktorand, der in einer Klinik (speziell in der Kleintierklinik) eine Doktorarbeit schreiben möchte, besonders viel Engagement mitbringen muss und natürlich auch den Willen zum Forschen haben sollte. Die Arbeitszeiten wären relativ lang und die Bezahlung nicht immer möglich.

Frau Tipold ging auch auf die Möglichkeit ein, ein sogenanntes Internship zu durchlaufen, welches auch mit einer gewissen Bezahlung einhergeht. Als "Intern" wechselt man in einem bestimmten Takt durch die einzelnen Stationen der Klinik und arbeitet daher fast überall einmal mit.

Leider musste Frau Tipold wegen eines Termins früher gehen, jedoch stand sie nach ihrem Vortrag noch für Diskussionen zur Verfügung.

Herr Professor Breves übernahm das Mikrophon und lobte zunächst die Arbeit der ProV sowie das große Interesse der vielen Anwesenden:

Herr Prof. BrevesDann sprach er über das weite Thema "Ph.-D.-Studium" und zog dazu erst einmal die offizielle Definition aus der Ph.-D.-Ordnung heran. Hier ging er unter anderem auch darauf ein, dass die geforderten "hervorragenden Leistungen" der geförderten Studenten nicht unbedingt nur aus ausgezeichneten Noten bestehen müssten, wichtig sei vor allem, ob man nach einer gewissen Probezeit mit dem Betreuer der Meinung sei, dass bei der Arbeit ein gutes Ergebnis zu erwarten ist.

Herr Breves erklärte, dass am Vortag noch im Senat die Änderung der Ph.-D.-Ordnung besprochen worden sei und was vielleicht in Zukunft anders sein könnte. Er berichtete auch, dass von den zur Zeit möglichen 60 Plätzen immer einige frei seien, da noch längst nicht alle Einrichtungen der TiHo daran beteiligt sind.

Außerdem informierte er die Studenten darüber, dass außer in Hannover und Leipzig die Möglichkeit zum Ph.-D.-Studium noch nicht besteht und dass es eine recht junge Einrichtung ist (in Hannover seit 1998).

Dann erzählte er, wie sich das Studium auf die drei Säulen Lehrveranstaltungen, wissenschaftliche Arbeit und Betreuung stützt.

Nun wurde Herr Professor Löscher nach vorn gebeten:

Herr Prof. LoescherEr bat eindringlich darum, die Dissertation ernst zu nehmen, da sie doch einen größeren Stellenwert für das spätere Berufsleben hat, als viele annehmen. Die Doktorarbeit sieht er als einen ersten Schritt in die Forschung, die ja auch für Tierärzte attraktive Berufsmöglichkeiten bietet. Herr Löscher zeigte anhand einer Statistik, dass nur 61 % der Tierärzte in Praxen und Kliniken arbeiten, während sich immerhin 22 % in der Forschung befinden.

Die Dissertation solle man nutzen, um für eine spätere Berufswahl auszuprobieren, ob man sich in der Forschung wohl fühlt und ob man gern und engagiert forscht.

Die Betreuung stellte er als einen besonders wichtigen Punkt dar. An ihr mangele es seiner Ansicht nach in vielen Fällen. Ein Doktorand solle sich doch vor seiner Doktorarbeit zum Beispiel bei anderen Doktoranden dieses Instituts darüber informieren, wie gut die Betreuung ist.

Außerdem wollte Herr Löscher die Studenten dazu bringen, sich vor Beginn einer Dissertation klar zu machen, ob die Arbeitsgruppe der Wahl überhaupt relevante Themen bearbeitet und welche Publikationen sie gemacht hat. Als Informationsquellen dienen dazu die Publikationslisten zum Beispiel in der Bücherei oder auch das Internet.

Als letzter Redner sprach dann der extra aus Ludwigshafen angereiste Prof. Ebert vom Arzneimittelhersteller Abbott GmbH über Doktorarbeiten in der Industrie:

Herr Prof. EbertEr erklärte anhand eines Beispielmedikaments den normalen Ablauf bei der Entwicklung eines Arzneimittels von der Idee bis zum fertigen Präparat. Dabei wies er auf die Dauer und auf die enorm hohen Kosten hin und stellte auch heraus, in welchen Teilen der Entwicklung gerade Veterinärmediziner gute Berufschancen haben.

Außerdem erklärte er anschaulich, welche Vor- und Nachteile es hat, seine Dissertation in der Industrie anzufertigen. Nachteile liegen zum Beispiel darin, dass man oft als "Einzelkämpfer" arbeitet und sich nicht so gut wie an der Hochschule in einer Gemeinschaft von Doktoranden austauschen kann. Außerdem empfahl er, sich nur in die Hände eines Doktorvaters zu begeben, der selbst noch gute Kontakte zur Hochschule hat, z. B. als Außerplanmäßiger Professor, da jemand ohne Bezug zu den Hochschulen seiner Meinung nach oft den Betreuungsaufwand nicht richtig einschätzt.

Besondere Vorteile sieht er aber darin, dass diese Doktorarbeiten finanziert und zeitlich sowie sachlich genau definiert sind. Außerdem wies er auf die spannenden Themen hin, da nur bei einem bestehenden "medical need" überhaupt ein solches Thema bearbeitet würde. Und nicht zuletzt nannte Herr Ebert die Möglichkeit einer Übernahme in das Unternehmen nach Abschluss der Dissertation als verlockende Aussicht bei einer Doktorarbeit in der Industrie.

Die Junior-ProVs sorgen fuer die GetraenkeBeim anschließenden gemütlichen Ausklang mit von der Firma Bayer zur Verfügung gestelltem Bier und Glühwein kam es zu vielen Diskussionen. Besonders den Mitglieder der ProV, aber auch den Professoren Löscher und Ebert wurden fleißig Löcher in den Bauch gefragt.

Unsere Junior-ProVs Christiane und Annika sorgten immer für reichlichen Nachschub bei den Getränken und hielten das Bier kalt und den Glühwein heiß. (Vielen Dank nochmal, auch, wenn wir das schon öfter gesagt haben sollten...)

Die Studenten waren zufrieden mit den Informationen, auch, wenn jeder natürlich einen anderen Referenten und dessen Thema am spannendsten fand und anderen wiederum nicht so viel abgewinnen konnte. Wenn jemand noch gute Tipps hat, was bei weiteren Veranstaltungen dieser Art besser gemacht werden könnte, sind wir natürlich wie immer froh über jede Anregung unter fragen(ät)tihodocs.de!

Jetzt noch ein paar Fotos von den heißen Diskussionen und dem gemütlichen Ausklang:

Herr Kuehne als GastAusklangHerr Loescher AmelyMartin KatharinaDirkChristianealle gut versorgtTreppen-TrioAmely