Finanzierung

Im Idealfall sollte euer Betreuer nicht nur die nötige Finanzierung für das Projekt, sondern auch für den daran arbeitenden Doktoranden stellen können, also euch gleich mit einer halben Stelle als wissenschaftlicher Angestellter oder als wissenschaftliche Hilfskraft ausstatten. Leider ist das in der Realität nicht immer so, darum findet ihr hier ein paar Möglichkeiten, sich während der Doktorarbeit zu finanzieren:

  • Stipendium
  • Nebenjobs
  • Fördermöglichkeiten für Kongressbesuche ect.
  • Steuerliche Vergünstigungen

Stipendium

Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten für ein Stipendium. Die großen Stiftungen werden in der Regel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert, so dass sich die Föderbeträge der einenzeln Stiftungen gleichen. Unterschiede liegen grundsätzlich im kirchlichen, politischen oder gesellschaftlichen Hintergrund der Stiftungen, wonach sie auch entsprechend ihre Stipendiaten auswählen.
Man sollte sich vorher über die Stiftungen informieren, und dann überlegen, welche am besten zu einem passen. Durch eine gezieltere Bewerbung erhöht man seine Chancen aufgenommen zu werden und man hat später auch etwas von der ideellen Förderung (die bei allen ein wichtiger Bestandteil ist!! Nur Geld abkassieren sollte weder im Sinne der Stiftung noch im Sinne des Stipendiaten sein)
Die meisten Stiftungen haben nur 2 Bewerbungstermine im Jahr, es schadet also nicht sich rechtzeitig zu informieren. Grundsätzlich ist die Bewerbung nach meiner Erfahrung überall ein ziemlich langwieriger und arbeitsintensiver Prozess und man sollte sich durch Absagen nicht entmutigen lassen. Ich denke alle, die es schlussendlich zu einem Stipendium geschafft haben würden bestätigen, dass sich die Mühe lohnt.

 

Im folgenden wollen wir euch eine Liste von Stiftungen und anderen Einrichtungen an die Hand geben, bei denen ihr euch um ein Stipenduim bewerben könnt. Eine gute Stipendien-Datenbank findet ihr z.B. auf folgenden Homepages: www.e-fellows.net/show/detail.php/5789 oder http://www.myStipendium.de.

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet ebenfalls eine gute Stipendien-Datenbank an (stipendienlotse.de). Insbesondere die vom BMBF unterstützten Begabtenförderwerke seien erwähnt. Dort werden die Profile und Vorgehensweisen der jeweiligen Einrichtungen vorgestellt und zu ausgewählten Werken werden spezifische Angebote für die Zielgruppen benannt. Weiterhin kann man sich dort umfassend über die gemeinsamen Fördervoraussetzungen und die grundsätzliche Ausrichtung aller Förderungswerke informieren.

Ein Promotionsstipendium dieser Begabtenförderwerke ist zunächst auf zwei Jahre angelegt (in der Regel) und kann z.B. aus fachlichen oder persönlichen Gründen verlängert werden. Die maximale Laufzeit beläuft sich auf vier Jahre.

Das Stipendium beträgt monatlich 1.050€ plus Forschungskostenpauschale von 100€. Gegebenenfalls können Familien- und Kinderbetreuungszuschläge gewährt werden. [Stand 2012]

 

Auf den Seiten der TiHo gibt es ebenfalls Promotionsstipendien.

Da jedes Fach auch über eigene individuelle Geldgeber verfügt, lohnt es sich auf jeden Fall, sich auch jenseits der großen Stipendiengeber nach geeigneten Fördermöglichkeiten umzusehen. Der "Index Deutscher Stiftungen" hat mehr als 1360 Links zu stiftungseigenen bzw. stiftungsbezogenen Internetseiten in Deutschland zusammengestellt (www.Stiftungen.org).

 

Die Neurowissenschaftliche Gesellschaft bietet ebenfalls eine Übersicht über Fördermöglichkeiten: nwg.glia.mdc-berlin.de/de/benefits/

 

Falls ihr noch andere Stipendiumsmöglichkeiten kennt, die hier nicht aufgeführt sind, lasst es uns bitte wissen, damit wir die Liste immer aktuell halten können.

Parteinahe und kirchliche Stipendiengeber

Weitere große Stiftungsgeber

Spezielle Stipendien im Bereich Veterinärmedizin

Sonstige interessante Fördermöglichkeiten

  • Fazit-Förderung (FAZ)

Promotion im Ausland

 

Für einen Forschungsaufenthalt im Ausland vergibt der DAAD Kurzstipendien

 

(www.daad.de).

Falls die gesamte Promotion im europäischen Ausland durchgeführt werden soll, kann man sich um ein Marie-Curie-Stipendium der Europäischen Union bewerben

 

(http://cordis.europa.eu/mariecurie-actions/).

Wichtig: Stipendiaten sparen Verwaltungskostenbeitrag!

Wer ein Stipendium aus öffentlichen Mitteln bekommt, dem wird der Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 75,- Euro erlassen. Dazu muss man eine "Bescheinigung über die Förderung aus öffentlichen Mitteln" zusammen mit der Rückmeldung bei Frau Schneider im Promotionsbüro abgeben. Wer für dieses Semester schon bezahlt hat, kann sich auch eine Gutschrift ausstellen lassen.

Nebenjob

Um einen Job zu finden, gibt es - je nachdem, was es für ein Job sein soll - mehrere Möglichkeiten:

Tätigkeit am Institut

oder in der Klinik ist zwar nicht in jedem Institut/jeder Klinik möglich, aber es lohnt sich sicher nachzufragen. Solche Beschäftigungsverhältnisse sind z.B. halbe Stellen, HiWi-Stellen oder wie etwa in der Rinderklinik die Mitarbeit bei der Morgenbehandlung.

Stellenangebote an der TiHo

Tierärztliche Tätigkeiten

...findet ihr bei den Stellenanzeigen des Deutschen Tierärzteblattes, der Vet-Impulse und ähnlicher tierärztlicher Zeitschriften. Das Dt. Tierärzteblatt bekommt ihr, sobald ihr bei einer Tierärztekammer gemeldet seid, jeweils am Anfang eines Monats per Post zugeschickt. Einige der Anzeigen könnt ihr auch online auf www.vetline.de ansehen. Die Vet-Impulse liegen alle zwei Wochen im Foyer des TiHo-Towers aus. Auch über unseren E-Mail-Verteiler gibt es regelmäßig Jobangebote (z.B. Praxisvertretung oder Messejobs)

Nicht-tierärztliche Tätigkeiten

...findet ihr am besten in den örtlichen Tageszeitungen, in Hannover also der HAZ oder der Neuen Presse. Beide Tageszeitungen stellen alle Anzeigen auch ins Internet, wo sie unter www.haz.de bzw. unter www.neuepresse.de angesehen werden können. Darüber hinaus gibt es im Internet eine fast unendliche Anzahl an Jobbörsen, in denen ihr unter Tausenden mal mehr, mal weniger guten Jobs suchen könnt. Beispielhaft seien an dieser Stelle Jobbörsen wie

 

Fördermöglichkeiten für Kongressbesuche

Auch Besuche bei Kongressen und Fachtagungen kosten Geld, je nach Art und Ort der Tagung sogar häufig eine ganze Menge. Und nicht immer kann der Betreuer dies aus Instituts- oder Projektmitteln abdecken. Um als Doktorand trotzdem an solchen Ereignissen teilnehmen und seine Ergebnisse präsentieren zu können, gibt es eine Reihe von unterschiedlichsten Fördermöglichkeiten, die man in Anspruch nehmen kann.

  • Akademie für Tiergesundheit
  • Gesellschaft der Freunde der TiHo Hannover e.V. (GdF)
  • Frauenförderung der TiHo Hannover

Steuerliche Vergünstigungen

Kosten, die im Zusammenhang mit der Promotion entstehen, können seit einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) von 2003 als Werbungskosten und somit in unbegrenzter Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung dafür ist der Nachweis, dass der Erwerb des Doktorgrades (oder PhD) für das berufliche Weiterkommen nahezu unentbehrlich bzw. zumindest von erheblicher Bedeutung ist und damit ein Zusammenhang zu späteren steuerpflichtigen Einnahmen besteht.

 

Kann der Nachweis einer beruflichen Veranlassung der Promotion nicht erbracht werden, zählen die entstandenen Aufwendungen zu den Ausbildungskosten und können als Sonderausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 4.000€ pro Kalenderjahr geltend gemacht werden.

 

Angerechnet werden neben den Druckkosten auch die Semesterbeiträge, Arbeitsmaterialien, Fachliteratur, Fahrt- und Reisekosten.

 

  1. Teilnahmegebühren für Prüfungen oder Studiengebühren und Repetitioriumskosten.
  2. Kosten für Lernmittel (gegebenenfalls Aufteilung der Kosten nach dem Anteil der Privat- und beruflichen Nutzung)
    1. Computer / Fax / Scanner / Drucker etc. (siehe unten.)
    2. Bücher, Fachliteratur, Schreibwaren, Kopierkosten, Aktentasche, Schreibtisch, Bücherregal, bestimmte Berufskleidung (Kittel)
    3. Falls der Anschaffungswert weniger als 410 Euro (exkl. MwSt) voll abziehbar im Jahr der Anschaffung, ansonsten ist die Anschaffung abzuschreiben nach AfA-Tabellen (Computer über 3 Jahre, Möbel über 13 Jahre, Computersoftware über 3-4 Jahre.)
  3. Reisekosten
    1. Fahrtkosten zwischen Wohnung und Uni, entweder die tatsächlich nachgewiesenen oder nach der Entfernungspauschale.
    2. Bei unterschiedlichen Ausbildungsstätten sind die Kosten wie bei einer Einsatzwechseltätigkeit abziehbar.
  4. Kosten der doppelten Haushaltsführung, sofern am Hauptwohnsitz eigener Hausstand (seit 2004) behalten wird.
    1. Miete
    2. Notwendigen Ausstattung
    3. Kosten für wöchentliche Heimfahrt (Entfernungspauschale) oder wöchentliches Telefonat
    4. Zweitwohnungsteuer
  5. Sonstige Aufwendungen
    1. Reisenebenkosten, wie z.B. Parkschein
    2. Kosten des häuslichen Arbeitszimmers bis zu 1250EUR pro Jahr, z.B. anteilig Miete und Mietnebenkosten, sowie Kosten für die Ausstattung usw.
    3. Teilnahme an privaten Lern- und Arbeitsgemeinschaften nach den Grundsätzen, die für Dienstreisen gelten.

 

Quelle http://www.manager-magazin.de/geld/geldanlage/0,2828,314770-3,00.html

 

 


 

Diese (vorläufige) Sammlung soll weiter ausgebaut werden und ihr könnt uns dabei helfen. Falls ihr Möglichkeiten kennt, Beihilfen für Kongressbesuche etc. zu bekommen, mit denen ihr vielleicht selbst schon gute Erfahrungen gemacht habt, schreibt uns doch bitte!