Promotionsordnung Dr. med. vet.

Liebe Doktoranden der TiHo (Mai 2011),

aufgrund der Verwirrungen nach der beabsichtigten Änderungen der Promotionsordnung (Senatsprotokoll im März) hat die Promotionskommission nun ein Merkblatt herausgegeben, dass an alle Habilitierten der Hochschule gegangen ist.
Diese Info darf laut Fr. Burghardt auch an die Doktoranden weitergegeben: hier das Merkblatt (oder als Merkblattals Word-Datei).

Erläuterungen zur Promotionsordnung (Dr. med. vet.; 03.06.2011)

Die vollständige Promotionsordnung für den Dr. med. vet. findet ihr auf der TiHo-Webside. Falls diese Links nicht mehr funktionieren sollten (TiHo-Webseitenumstellung, neue Promotionsordnung...), so sollte stets die aktuellste auf den entsprechenden Seiten zu finden sein.

Wir haben die wichtigsten Paragraphen vereinfacht dargestellt und Beispiele und hilfreiche Links angeführt.

§1 Allgemeines

Die TiHo verleiht den Grad einer Doktorin oder eines Doktors der Veterinärmedizin = Doctor medicinae veterinariae = Dr. med. vet.
Um diesen Titel zu erlangen sind notwendig:

  • Eine wissenschaftliche Arbeit (Dissertation) und eine mündliche Prüfung (Rigorosum) oder
  • die unwiderrufliche Aufgabe des Titels eines PhD´s und gleichzeitige Beantragung des Titels Dr. vet. med.

§2 Zulassung zur Promotion

Promotion bedeutet eine wissenschaftliche Arbeit durchzuführen um am Ende den Titel Dr. med. vet. tragen zu dürfen.
Vorraussetzungen:

  • abgeschlossenes Studium der Veterinärmedizin
  • Dissertationsanzeige spätestens 1 Jahr vor dem Promotionsgesuch (s. u.)
  • Promotionsgesuch (s. u.)
  • Teilnahme an einem Einführungskurs in Statistik
  • Die Einschreibung als Promotionsstudent/in ist Pflicht. Unterlagen dazu gibt es im Studentensekretariat
  • Semestergebühren müssen komplett bezahlt werden. Urlaubssemester, in denen kein Semesterbeitrag bezahlt wird (wie zum Beispiel zur Elternzeit), sind nicht zulässig.
  • Studiengebühren müssen nicht entrichtet werden
  • Doktoranden- Bescheinigung des Institutes ist beizulegen

Abhalten von zwei eigenen Seminaren:

  1. Literaturzusammenstellung und Konzept
  2. Resultate und Bewertung

§3 Promotionskomission

Die PromKom wird vom Senat eingesetzt.
Die aktuelle Besetzung findet man hier.
Ihre Aufgaben:

  • erhält Dissertationsanzeige und Promotionsgesuch
  • entscheidet über Zulassung zur Promotion
  • teilt die Zweitgutachter zu
  • bearbeitet Ausnahmen und Sonderregelungen

§4 Dissertationsanzeige

Infos und Unterlagen dazu gibt es auch hier.
Die Anzeige muss spätestens 1 Jahr vor Einreichen des Promotionsgesuches erfolgen.
Beispiel: Soll zum 1. August 2014 abgeben werden, muss die Anzeige am 1.August 2013 dem Promotionsbüro vorliegen.
Die Anzeige muss entsprechend der Anlage 1 der PromOrdnung gestaltet sein und folgende Punkte beinhalten:

  • Thema
  • Zielsetzung
  • geplante Untersuchungen
  • zu erwartende wissenschaftliche Erkenntnisse
  • Betreuungsperson (= Doktorvater bzw. -mutter) und Vorschlag eines möglichen Zweitgutachters

CAVE: Bei externen Promotionen muss der kooperative Charakter dargelegt werden (siehe unten).
Tierschutzanzeige an den Tierschutzbeauftragten der TiHo. Bei Fragen direkt an ihn wenden. Er leitet die Anzeige an das LAVES weiter. Das entscheidet spätestens ob das Dissertationsvorhaben genehmigungspflichtig ist. Falls ja, muss an das LAVES ein genehmigungspflichtiger Tierschutzantrag gestellt werden.
Besonderheiten für Doktoranden aus dem Ausland siehe weiter unten.

§5 Betreuung

  • ...muss mindestens durch einen Hochschullehrer erfolgen.
  • Besonderheiten bei einer externen Dissertation
    • es muss zusätzlich eine auswärtige Betreuerin oder ein auswärtiger Betreuer mit Habilitation oder einer mit der Habilitation vergleichbaren Qualifikation gewählt werden. Vergleichbar heißt, dass der wissenschaftliche Werdegang der externen Betreuerin oder des externen Betreuers darzustellen ist. Im Zweifelsfall fordert die Promotionskommission von der externen Betreuerin oder dem Betreuer einen Lebenslauf.
    • sind nur zulässig, wenn sie im Rahmen einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen einer Hochschuleinrichtung und der externen Einrichtung entstehen --> Nachweis eines Publikationsmanuskriptes (mindestens zur Publikation eingereicht) bei der Abgabe des Promotionsgesuches, in dem die Betreuerin oder der Betreuer der Hochschule als Autorin bzw. Autor oder Koautorin bzw. Koautor genannt wird
  • Pflicht des Doktorvaters ist das Ausstellen eines Gutachtens über die Dissertation; dieses wird dem Promotionsgesuch beigefügt.
  • Wird das Betreuungsverhältnis aufgelöst, muss eine sofortige Mitteilung an den Präsidenten erfolgen

§6 Promotionsgesuch

  • WAS muss ich abgeben: nähere Infos dau gibt es hier.
  • an WEN: schriftlich an den Präsidenten gerichtet.
  • WO: im Promotionsbüro abgeben.
  • WANN: ganzjährig.

Die Promotionstermine, also die Termine für die feierliche Promotion, werden vom Senat festgelegt. Diese finden weiterhin im Juni und Dezember jeden Jahres statt.
Durch die feierliche Übergabe der Promotionsurkunde ist das Führen des Titels Dr. vet. met. erlaubt.

§7 Promotionsverfahren

...wird nach Eingang des Promotionsgesuches eröffnet (bedeutet: Zuteilung der Zweitgutachter) und endet mit dem Rigorosum.

§8 Einzigartigkeit & kumulative Dissertation

Monographie:

KANN Manuskripte (eingereicht oder nicht eingereicht) enthalten, die ausführliche Form bleibt bestehen!

  • Bei bereits publizierten Teilergebnissen muss auf diese gesondert auf einer Seite hingewiesen werden.

 

Kumulative Dissertation:

  • Mindestens zwei publizierte oder zum Druck angenommene Arbeiten, die in einem thematischen Zusammenhang stehen.
  • Wählt man die Möglichkeit eine kumulative Dissertation abzugeben, muss folgendes beachtet werden:
    • international anerkanntes Wissenschaftsjournal mit Gutachtersystem (Peer Review)
    • Doktorand/-in muss Erstautor sein
    • bei einer Gemeinschaftsdoktorarbeit muss der selbständige Anteil des/der Doktorand/-in dargelegt werden
    • Einleitung
    • ausführliche Zusammenfassung aller Ergebnisse
    • übergreifende Diskussion

§9 Formelle Anforderungen

...gelten auch für kumulative Dissertation.

  • Titelblatt gemäß Anlage 4a, 4b der PromOrdnung.
  • Umschlagseite gemäß Anlage 4a der PromOrdnung.
  • Inhaltsverzeichnis
  • Schrifttumsverzeichnis
  • Zusammenfassung in Deutsch und in Englisch.
  • Merkblatt der Bibliothek beachten.

Aber auch hier sind die inhaltlichen und formellen Vorgaben für die Dissertation abzurufen.
Falls die Dissertation in englischer Sprache eingereicht werden soll, ist eine Begründung dafür und eine erweiterte Zusammenfassung in deutscher Sprache notwendig.

§10 Gutachter und Gutachten

  • Erstgutachter ist der Doktorvater oder die Doktormutter.
  • Gutachten des Erstgutachters wird dem Promotionsgesuch beigelegt.
  • Zweitgutachter muss schon in der Dissertationsanzeige vorgeschlagen werden.
  • Zweitgutachter wird letztendlich durch die Promotionskommission zugeteilt.
  • Zweitgutachter soll innerhalb 4 Wochen nach der Zuteilung ein Gutachten abgeben.
  • Gleichzeitig haben nach Abgabe der Promotion andere Hochschullehrer 10 Tage Zeit Einsicht zu nehmen und evtl. Einspruch einzulegen (kommt so gut wie nie vor).
  • Der Doktorvater und der Zweitgutachter beurteilen in ihrem Gutachten die Dissertation mit
    "sehr gut" = 1
    "gut" = 2
    "genügend" = 3
    "nicht genügend" = 4

Bei groben Mängeln kann eine Verlängerung des Promotionsverfahrens um 2 Jahre gewährt werden.
Angenommen ist die Dissertation, wenn beide Gutachten mind. mit "genügend" beurteilt und eventuelle Einsprüche durch Dritte ausgeräumt wurden.
Falls ein Gutachten mit "ungenügend" beurteilt wurde, wird ein drittes Gutachten angefordert.

§11 Mündliche Prüfung = Rigorosum

  • ...nur wenn Dissertation angenommen wurde!
  • Prüfer sind 2 Hochschullehrer oder habilitierte Mitarbeiter (im Normalfall die beiden Gutachter).
  • Laut neuer Promotionsordnung bestimmt der Präsident den Termin für das Rigorosum. Praktisch läuft das so ab: Die beiden Gutachter vereinbaren einen Termin, der an das Promotionsbüro weitergegeben wird. Das Promotionsbüro schickt dann die offizielle Einladung zum Rigorosum an den Doktoranden. (Auf dieser Einladung stehen auch alle wichtigen Informationen zum weiteren Ablauf, z.B. Promotionsfeier und Druck).
  • Die abgeprüften Themen betreffen vorrangig das Dissertationsthema.
  • Die Beurteilung erfolgt nach dem in §10 genannten Schema.

§12 Gesamtbeurteilung

Summa cum laude = 1,0 = sehr gut mit Auszeichnung
Magna cum laude = 1,0 - 1,4 = sehr gut
Cum laude = 1,5-2,4 = gut
Rite = > 2,4 = genügend

§13 Veröffentlichung

Spätestens 1 Woche vor der feierlichen Promotion (=Urkundenverteilung) muss man entweder

  • 40 gedruckte Exemplare in Größe DIN A5 oder
  • 1 digitales Exemplar und 5 Exemplare in Papierform

in der Bibliothek abgeben
für Dateiformat und Datenträger siehe Merkblatt der Bibliothek.
Bei einer Veröffentlichung in einer Zeitschrift oder bei einer Monographie müssen ebenfalls 40 Exemplare an die Bibliothek gehen.

§14 Promotionsurkunde und Promotionszeugnis

  • Werden an der TiHo zweimal jährlich vergeben (Juni & Dezember).
  • Beides wird auf den Tag des Rigorosums datiert.
  • Die Gesamtnote aus Dissertation und Rigorosum wird durch das Promotionszeugnis bekannt gegeben.
  • Von dem Tag der Übergabe an darf der Doktorgrad rechtlich geführt werden.

§17 Ph.D.-Grad

  • Führt man den Grad eines PhD hat man keine gleichzeitige Berechtigung den Grad eines Doktors der Veterinärmedizin zu führen.
  • Der Titel Dr. med. vet. kann beantragt werden, wenn man gleichzeitig den Titel PhD unwiderruflich aufgibt.

FAQ: Abfassung der Dissertation "kapitelweise"

Unter der "kapitelweise Abfassung" der Dissertation versteht sich eine eingereichte Dissertation, die zur Veröffentlichung vorbereitete Manuskripten enthält. Diese Art der Abfassung ist nicht gleich zu setzten mit der kumulativen Form, sondern die jeweiligen Kapitel sollen gleichbedeutend sein mit Teilen der Dissertation (Monographie), die zur Veröffentlichung vorbereitet sind.

Ziel ist es, dass diese zur Veröffentlichung vorbereiteten Manuskripte nach Abgabe der zu begutachtenden oder bereits begutachteten Dissertationsschrift schnellstmöglich zur Veröffentlichung eingereicht werden können.

Somit entfällt für die Doktoranden und den Supervisor/-in der erhebliche Zeitfaktor, der bei der kumulativen Form durch die Veröffentlichung der Manuskripte entsteht.

Die Autoren- bzw. Koautorenfrage bleibt jedoch hiervon unberührt.

Anmerkung: Die Option der Kapitelweisen Abfassung der Dissertation besteht auch in den beiden PhD-Programmen ZSN und "Veterinary Research & Animal Biology"

Quelle: öffentliches Protokoll der Sitzung der PhD-Kommission "Veterinary Research & Animal Biology" vom 31.3.09.

Noch nicht verstanden??

HIER findet ihr zu dem Thema einen kurzen Powerpoint- Vortrag !!!